Yaakar – Zukunft für Kinder

Talibé sind Jungen im Alter zwischen 4 und 15 Jahren, die im Senegal von ihren Eltern in Koranschulen, sogenannte Daaras geschickt werden, um den Koran zu studieren. Dabei gibt es sehr viele, zum großen Teil auch illegale Daaras in denen die Kinder von ihren Marabouts (Lehrer, auch religiöse Führer, Heiler und Wahrsager) zum Betteln auf die Straße geschickt werden. Sie schlafen in den Daaras auf engsten Raum, zumeist auf direkt auf dem Boden, es gibt keine Waschgelegenheit und nur sehr wenig zu Essen. Sie stehen morgens sehr früh auf, haben eine Koranstunde und werden dann zum Betteln auf die Straße geschickt. Die kleinsten dürfen nur Zucker und andere Lebensmittel erbetteln, die größeren müssen Geld zurück bringen. Wenn sie während des Unterrichts am Abend vor Erschöpfung einschlafen oder nicht genug erbettelt haben, werden sie oft mit z. B. sehr dünnen Gummischläuchen geschlagen. Tausende von Jungen sind daher auf den Straßen Dakars und in anderen großen Städten unterwegs und sind schutzlos allem ausgeliefert.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir diesen Kindern Hoffnung geben. Yaakar bedeutet Hoffnung auf Wolof, einer der Landessprachen im Senegal. Im ersten Schritt bauen wir ein Kinderzentrum auf, das erste Anlaufstelle für die Kinder sein soll. Hier werden sie wahrgenommen, erhalten ärztliche Hilfe, Versorgung und bekommen warmes Essen. In weiteren Schritten wollen wir eine Garten, eine Schule, Unterkünfte und eine Art Internat aufbauen.

Wir wollen für diese Kinder erreichen, dass der Missbrauch dieser Kinder verboten wird. Eine ganze Generation von jungen Männern wächst hier unter widrigsten Umständen und ohne Bildung heran. Denn nahezu 100.000 Kinder sind laut Studien von USAID und Unicef davon betroffen und wir befürchten, dass Kinder aus Nachbarländern für die Daaras entführt werden. Unter dem Namen ‚S T O P à la Mendicité des Enfants‘ hat sich unser Senegalesischer Verein ‚Yaakar – Foyer pour enfant Sénégal‘ vor Ort mit anderen Organisationen zusammen geschlossen. Wir möchten alle Beteiligten: Kinder, Eltern, Marabouts, Medien und Politiker ‚an einen Tisch‘ bringen, um das Betteln der Kinder endgültig zu beenden.